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     update:  27.12.11   

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   Thema: Triebkräfte der Globalisierung  

 

Triebkräfte der Globalisierung I

Entwicklung in Politik, Wirtschaft und Technik

 

1.   Einführung

1.1 Abgrenzung des Globalisierungsbegriffs

*Betrachtung des Begriffs seit den Neuzigern (auch „Globalisation“)

*keine Bewertung und keine alternativen Konzepte

*Aufzeigen von Tendenzen und Entwicklungen, jedoch Versuch, möglichst Wert frei zu beschreiben

*Verantwortung 3. Welt (à deshalb Glob. als negatives Schlagwort), jedoch nicht Gegenstand des Referats (Verweis auf Referat 3.Welt)

 

1.2 Allgemeine Einschätzung der Entwicklung                          F1

*rasante Entwicklung, unaufhaltsam, nur noch gestaltbar,

*Globalisierung = Schlagwort für den primär ökonomischen Prozess der Entgrenzung, Verflechtung und Beschleunigung der internationalen Arbeitsteilung mit fundamentalen politischen Folgen:

-der Bildung transnationaler Institutionen,

-der Diffusion kultureller Muster,

-der Relativierung nationalstaatlicher Gewaltmonopole.

*Im Blickfeld: multinationale Unternehmen, globale Finanzmärkte und eine globale Klasse, die eine Veränderung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft befördern.

*Rahmenbedingung für die aktuelle Globalisierungswelle: Wirkungsmacht eines Politikmusters, das Märkte, Wirtschaftswachstum und Demokratie zum weltweiten Entwicklungsmaßstab erhebt. (siehe Irak, Afghanistan…)

* drei Faktoren als Triebkräfte der Globalisierung im Vordergrund:

-der Zusammenbruch der bipolaren Weltordnung 1989 durch den Sieg der kapitalistischen Demokratien über die sozialistischen Planwirtschaften,

-der Siegeszug der Kommunikations- Informations- und Transporttechnologien (insbes. seit den 1990er Jahren à Internet)

-die rasante Zunahme des Welthandels im Zuge weltweiter Deregulierung (siehe  Abschnitt Deregulierung)

( zwei der drei Elemente nicht neu und reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück)

vgl. transforma-online.de/deutsch/transforma2003/papers/prollius.html

Anm.: Prollius: Studium der BWL und Geschichte, Promotion in Wirtschaftsgeschichte. Lehrbeauftragter für Wirtschaftsgeschichte. Unternehmensberater, Wissenschaftlicher Autor, Referent für Wirtschaftspolitik.

 

2. Politische Entwicklung

2.1 (Historisch entstandene) Triebkräfte – der politische Wille zur globalen Wirtschaft

seit 1945

*Wille zu weltweiter Stabilität und Sicherheit durch wirtschaftliche Zusammenarbeit (Erkenntnis, dass mindestens ein Weltkrieg aus volkswirtschaftlichen Fehlern entstand und Nationalismus und Protektionismus Gefahren birgt),

*Bretton-Woods-Abkommen , Dollar als Leitwährung, GATT, WTO, etc.,

*wirtschaftliche Verquickung i.V.m. mit militärischen Bündnissen (Erkenntnis, dass wirtschaftsstarke, aber abhängige Staaten keinen Alleingang wagen àNATO, EWG…),

*Abgrenzung gegen Ostblock-Wettbewerb der Systeme…, wirtschaftlicher Erfolg als Garant der inneren Sicherheit…

*Gleichsetzung von Liberralismus und Demokratie& Sicherheit:

*Triebkraft USA:                                 F2

(Jahresbericht der ökonomischen Sachverständigen für den amerikanischen Präsidenten)

"Given the economic and technological forces behind globalization, its rise may seem inevitable. Yet governments have taken on a critically important role in opening markets and removing distortions, thereby allowing market forces to play themselves out" (CEA 2000: 210 f.).

* Vormachtstellung international orientierter Konzerne und Kapitaleigentümer

à Liberalisierung der US-Außenwirtschaftspolitik.

* Öffnung zum Weltmarkt als ein politisches Projekt formuliert                  F3

*gegenläufige Forderungen zu kanalisieren oder auszugrenzen.

* Erfolg des Weltmarktprojektes die Basis ihres weiteren Erfolges.

*zunächst der Antikommunismus das einigende Band der Freihandelskoalition

*Vergleich zur unmittelbaren Nachkriegszeit: strukturelle Momente des Globalisierungsprozesses gegenüber den politischen Momenten erheblich zugenommen

* auch Politik der Bundesregierung förderte die Globalisierungstendenzen:

+Die Bundesbank trug entscheidend zum Übergang zu flexiblen Wechselkursen bei

+  Bundeskanzler Helmut Schmidt leistete der neoliberalen Wende in Großbritannien und der Hinwendung zum Monetarismus in den USA Vorschub

+ .Nicht zuletzt haben die Exporterfolge der deutschen Wirtschaft die Handelspartner unter Anpassungsdruck gesetzt und die Mittel für umfangreiche Direktinvestitionen im Ausland zur Verfügung gestellt

vgl. (Altvater/Hübner 1988).

Zitieren:

„Allgemein wird angenommen, dass sich aufgrund der Globalisierung die jeweiligen gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse zugunsten derer verschieben, die verhältnismäßig mobiler sind. Insbesondere ist das Kapital gegenüber der Arbeit beweglicher geworden, zumal die Arbeitskräfte nicht nur aufgrund ihrer Reproduktionsbedürfnisse stärker lokal eingebunden sind, sondern sie auch im Unterschied zu Waren, Kapital und Technologie heute zum Teil höhere Grenzbarrieren vorfinden als früher. Wirtschaftliche Körperschaften, sprich: Unternehmen, sind ebenfalls räumlich ungebundener als politische Körperschaften, die territorial definiert sind.“

 

http://www.oeko-net.de/kommune/kommune7-00/aglobal7.htm

 

 

2.2 1989 – Die Wende als „Urknall“ der heutigen Entwicklung                      F4

*Ruf nach freier Marktwirtschaft und politischer Selbstbestimmung,

*Bankrott des Planwirtschaftssystems,

*Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Selbstbestimmung der Individuen,

*Überführung des Staatseigentums an Kapital in Privateigentum,

*rasante Dynamik durch Marktentstehung vom Nullpunkt an,

*gigantische neue Absatzmärkte, weil Bedürfnisse unbefriedigt und Kaufkraft vorhanden, *billige PF à faktischer Liberalismus, weil Aufbau der Wirtschaft wichtiger als Kontrolle des Staates

 

2.3 Die neue EU und das Aufstreben ehemaliger (politisch) abhängiger Staaten   F5

*sozus. Multiplikation/ Wdhlg. der deutschen Faktoren nach ´45 und ´89,

*Ausweitung eines kontrollierbaren Marktes,

*Stabilität=Sicherheit (Integration von Staaten, die wirtschaftlich gestärkt werden, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden – siehe Balkan, und Absatzmärkte auszubauen)

vgl. USA-Dt. nach ´45

*Ausnutzung der Vorteile der Markterweiterung, jedoch (bei Auftreten von Nachteilen gegen nationale Bereiche: ) protektionistische Parolen (à Müntefering, „Lohndumping-Diskussion)

 

2.4 Der Zerfall der Staatsmonopole – Privateigentum als Wettbewerbsmotor

= EU-Konsensà Grundtatbestand für freie wirtschaftliche Entwicklung (Entfaltung eines funktionierenden Marktes = Privateigentum und Freiheit von Staatlichen Sanktionen)

 

Dazu Beispiel Deutsche Post: Vgl. vorher/ nachher (Preise, Produktvielfalt…)

 

Folie 6 (interaktiv herausarbeiten)

 

 

 

3. Wirtschaftliche Entwicklung

3.1. Historisch-ökonomische Triebkräfte, das Gesetz des Marktes

 

*Grundlegend: Ausnutzung von Wettbewerbsvorteilen (unterschiedliche PF-Preise, Verfahren und Rohstoffen à Recardo) und Ersparnis durch Spezialisierung und Arbeitsteilung,

Kapital vs. Arbeit, Folge: Wettbewerb, Wachstumsdynamik:                     F7

 

Tabelle 1
Niveau und Wachstumsrate des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts in verschiedenen Weltregionen vom Jahre 0 bis 1998

Region

0

1000

1820

1998

0-1000

1000-1820

1820-1998

 

In internationalen Dollar von 1990

Durchschnittliche jährliche Wachstumsraten

Westeuropa

450

400

1232

17921

-0.01

0.14

1.51

Westliche Siedlungskolonien

400

400

1201

26146

0.00

0.13

1.75

Japan

400

425

669

20413

0.01

0.06

1.93

Durchschnitt der Gruppe A

443

405

1130

21470

-0.01

0.13

1.67

Lateinamerika

400

400

665

5795

0.00

0.06

1.22

Osteuropa und ehemal. UdSSR

400

400

667

4354

0.00

0.06

1.06

Asien (ohne Japan)

450

450

575

2936

0.00

0.03

0.92

Afrika

425

416

418

1368

-0.00

0.00

0.67

Durchschnitt der Gruppe B

444

440

573

3102

-0.00

0.03

0.95

Welt

444

435

667

5709

-0.00

0.05

1.21

Quelle: Maddison, Angus (2001): The World Economy - A millenial Perspective, OECD, Development Center Studies), Paris, Table 1-2, S. 28

à

* langsame  Entwicklung über die meiste Zeit in der zweitausend jährigen Geschichte

* in der globalisierten Welt eilt eine Ländergruppe (A) voraus, die andere Ländergruppe (B) verliert den Anschluss.

 * langfristiges Wachstum des BIP über Jahrhunderte niedriger als 0,2% geblieben, erst seit der industriellen Revolution in der Ländergruppe A auf 1,5% - 2% hochgetrieben

 

* globale Konkurrenz der Standorte verlangt heute etwas, was 2000 Jahre nicht erreicht worden ist: nicht nur Wachstum schlechthin, sondern beschleunigtes Wachstum

*Die Dynamik der Globalisierung ergibt sich aus einem Zusammenspiel von fossilen Energieträgern, kapitalistischer (ökonomischer) Organisation der Gesellschaft, Mobilität der Produktionsfaktoren  und nicht zuletzt auch politisch gestützter Liberalisierung und Deregulierung.

 

3.2 Die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

*Vor allem Abnahme der Transport- und Telekommunikationskosten relativ zu den Produktionskosten,

 

Bsp.: Schiff-/ Luftfracht: 70 J.: auf 1/5; Telekomm.: auf 1/100 (Weltentwickl.ber. Weltbank, 1995, S. 62)

 

(Entscheidnd für die Dynamik: o.g. Kosten schneller gesunken als die Produktionskosten)

 

Verweis auf Abschnitt: Technische Entwicklung

 

3.3 Die Liberalisierung der Finanzwirtschaft als Triebkraft der globalisierten Wirtschaft

*Realzins höher als Wachstum,

*Freie Finanzmärkte,

*Zugang von Kleinanlegern zu Börsen, weil billiger und www…,

*Wertpapierkauf frei von Steuern und internationale Transaktionen ohne Zeit- und Geldaufwand

 

F8

 

Tabelle 2
Realzinsen auf 10-jährige Staatsanleihen der G7-Staaten abzüglich des realen Wachstums des Bruttosozialprodukts

 

Kanada

Frankreich

Deutschland

Italien

Japan

UK

USA

Ø G-7

1959-71

-2,05

-3,93

-1,99

-3,02

-8,74

-0,38

-1,91

-3,15

1972-81

-3,57

-2,06

0,69

-6,44

-3,82

-2,76

-2,13

-2,87

1982-91

4,20

3,11

1,93

1,75

0,39

1,93

2,80

2,30

1992-01

2,14

2,76

2,61

3,15

2,25

1,38

0,62

2,13

1946-58

 

-0,36

1919-39

zum Vergleich

2,40

1919-40

 

-0,03

Quelle: Felix, 2002: 3

 

àBild der Globalisierung heute vor allem durch die Wirkungsweise der Finanzmärkte geprägt

 

*Realzinsen unterhalb realen Wachstumsraten gut für Schuldner und für jene Investoren, die in industrielle Projekte investiert haben und diese Investitionen mit Krediten finanzierten

* ("keynesianische" Lage):Realzinsen oberhalb von Wachstums- und Profitraten gut für Geldvermögensbesitzer und deren Kapitalanlagen

*Liberalisierung der Finanzmärkte hat ihnen bislang geschlossene Märkte geöffnet und hohe Renditen ermöglicht

 

*Gründe für die hohen Realzinsen: Globalisierung der Finanzmärkte, also die Konkurrenz um das global mobile Kapital, die die Renditen überall nach oben treiben.

*Kapital muss durch hohe Renditeversprechen an "Kapitalflucht" gehindert werden ("Liquiditätsfalle“ auch "financial repression")

 

* "Finanzinnovationen": ( Diversifizierung der Finanzprodukte) faktisch für jeden "etwas dabei“

*Alle Welt  in die globalen Finanzmärkte einbezogen; sie dringen in die Lebenswelten der Menschen ein, die Kultur verändert sich, vor allem in den Gesellschaften der Industrieländer.
* Preise für Finanzprodukte - Renditen, Zinsen, Kurse - verändern sich schnell und in alle Richtungen

* Problem: Preise in der realen Wirtschaft - Löhne, Preise für Güter und Dienste - viel weniger flexibel als Zinsen und

* realen Verhältnisse im Produktions- und Arbeitsprozess, in den Haushalten können sich der monetären Flexibilität nicht anpassen

* soziale, kulturelle und ökologische Prozesse haben ein geringeres Tempo als kurzfristige Kapitalbewegungen

 

3.4 Die neue Philosophie der Finanzmärkte – Das Shareholder-Value-Konzept

* restriktiven Wirkungen der monetären Größen haben Anpassungsstrategien des Unternehmensmanagements zur Folge:

-Übergang zum shareholder value-Konzept (Aktien nicht mehr überwiegend von Familien oder Banken auch dann gehalten, wenn der Kurs fällt, weil man mit dem Unternehmen verbunden ist. Institutionelle Anleger vergleichen den Kurs von Wertpapieren in ihrem Portefeuille mit alternativen Anlagemöglichkeiten von Kapital überall in der Welt, und sie trennen sich von Aktien, wenn diese den Renditevergleich  nicht aushalten

-Strategie der Steigerung des Shareholder value, (wenn von seiner Höhe die Managergehälter abhängen) führt mitunter  zu  Bilanzfälschung

 

* Instabilität der Finanzmärkte: immense ökonomischen und sozialen Kosten der Finanzkrisen (Base in den Neunzigern) à Verweis auf Referat „Finanzkrisen“

 

vgl. www.zeit.de/politik/altvater_hamburg

 

zur Verdeutlichung:                F9

*2001: globaler Devisenmarktumsatz pro Tag: rund 1 200 Mrd. US$;

30-40 Mrd. davon reichen zur Abwicklung des Welthandels(Rest = spekulatives Kapital

+2002:  80% der weltweiten Kapitalflüsse von ca.2 000 Mrd. € pro Tag: Anlagedauer von unter 7 Tagen.

*Dt. BIP seit 1991 um 9% gewachsen, die Nettolöhne um 2% gesunken, Zinserträge und Geldvermögen real um 60% gewachsen

àGeldbestände wachsen schneller als die allgemeine Wirtschaft, die Kaufkraft wird geringer, *2001: Banken in Deutschland: Anlegern 391 Mrd. Euro oder 66% der Nettolöhne

gutgeschrieben

vgl.: http://www.attac.de/awwo/diskussionspapier/041031/awwo-041031b.pdf

Merkmale:

*Anlagen in Firmen nicht mehr im Zh. mit ihnen selbst, sondern als reine Ertragsquelle

* Abstoßen von Anteilen (binnen Sekunden) wenn ROI nicht mehr lohnend

*keine moralische Bindung an Anteilsgeber, keine langfristige Sparanlage

*Zockermentalität“, nur noch temporär, solange Rendite gesichert…deshalb keine langfristige kapitaldecke auch in schwierigen Zeiten

*wirtschaftliche Entscheidungen oft nur noch abhängig vom ROI, nicht mehr von ethischen, wirtschaftlich nachhaltigen oder risikoreichen (innovativen) Gesichtspunkten

*Vorstände und Manager auch nur noch am ROI gemessen, dadurch Abhängigkeit von Großinvestoren, kein Spielraum mehr für eigene Entscheidungen, Verleitung zum Betrug

 

 

Informations-und Kommunikationstechnologie

Grundsätzlich:

Globalisierung, weltweites agieren, setzt Kommunikation voraus. Der Mensch hat schon immer versucht über weite strecken „Unterhaltung“ möglichst schnell zu betreiben. 

Früher:                 Laufbursche (meist der Stammesdümmste) von a nach b

                               Lange Dauer, Nachricht veraltet

                               Feuerzeichen (weite Strecken; begrenzte Zeichen; Bsp.: Krieg)

Telefon: 1876 erste praktische Anwendung in Boston

1877 erste Telefone in Dtschl.

WER WAR ES – Siemens & Halske (200 St./Tag)

                               1897 529 orte mit Telefonanlagen 144.000 Sprechstellen

                               Anzahl und Technik nahm zu allerdings Grundmodell gleich

Vergleich:   2004 Deutschland 98,7% aller Haushalte einen Tel.anschl

1998 nur jeder dritte der rund 1,5 Milliarden Haushalte weltweit einen Telefonanschluß, obwohl technisch heute von jedem Ort aus möglich

in mehr als 50 Ländern gibt es weniger als ein Telefon für 100 Einwohner

Folgen: direkte Kommunikation möglich

                Man musste keinen Brief schreiben, wenn Kontaktaufnahme

Schnelle Weitergabe von kurzen Informationen

                Jedoch nur verbal (Post war weiter unerlässlich; Bsp.: Buch)

1928 erste Funksprechverbindung von Dtschl. (von Berlin, Hamburg, Frankf./Main aus)

                               nach Amerika möglich; 330 Mark/min, 24 Stunden vorher anmelden, 1928 3 Gespr./tag

Transatlantikkabel:

-1858 erstes Transatlantikkabel für Telegrafie in Betrieb

                nach vielen Versuchen (Kabel gerissen, Kabel fallengelassen, Kabel undicht)

- Datenrate 10 Wörter/Stunde

-1896 ist die ganze Welt vernetzt; ein Nachricht brauch 56 Studen um die Welt und kostet 18$/Wort

-1900 Deutschland erste eigene direkte Verbindung (Emden-New York)

                vorher: über England

- immer mehr Kabel verlegt, da Datenaufkommen stieg

-1919 13 betriebsfähige transatlantische Kabel (größtenteils in englischem Besitz)

- Telefon stark verbreitet

-1956 TAT-1: erste Transatlantik-Telefonkabel; Datenrate 500kBit/s; 100 Verbindungen gleichzeitig

-1988 TAT-8: erste Transatlantik-Glasfaserkabel; Datenrate 560Mbit/s; 37800 Verbindungen gleichzeitig

-im Januar ´98 26Gbit/s

Internet:

-60er Jahre; Zeit des Kalten Krieges

-Neue Impulse der EDV in jener Zeit hauptsächlich durch militärische Initiativen

-Department of Defense; Überlegung:            militärische Daten besser schützen, bei Atomangriff

                                                                              dezentrale Speicherung(mehrere Rechner; weit entfernt)

                                                                              schnelle Aktualisierung, mehrere Verbindungen; Paketweise

                                                                              Daten bleiben bestehen, wenn ein Rechner getroffen

-nicht direkter Vorläufer, aber die Idee; Projekt des Verteidigungsministerium scheiterte; aber: Idee geboren

-Die Advanced Research Projects Agency (ARPA), seit 1958 bestehende wissenschaftliche Einrichtung entschloss sich 1966 zur Vernetzung der ARPA-eigenen Großrechner

-Idee des "dezentralen Netzwerks" wieder aufgegriffen

-1969 ersten vier Rechner an das ARPA-Net angeschlossen

-1972 bereits 40 Rechner; jedoch nur ARPA-Rechner deswegen ARPA-Net

-das Prinzip der vernetzten Rechner war nicht nur für militärische Zwecke interessant

-Man erkannte schnell, dass auch der akademische Betrieb vom ARPA-Net profitieren würde.

-für Wissenschaftler weniger das Synchronisieren von gleichen Daten auf mehreren Rechnern interessant, sondern eher die Möglichkeit, Daten von einem anderen Rechner abzurufen.

-Wegen der offenen Architektur des ARPA-Net stand einer solchen Verwendung nichts im Wege

-Wissenschaftler konnten von den frühen 70er Jahren an Forschungsergebnisse anderer Institute über das ARPA-Net abrufen oder anderen angeschlossenen Instituten eigene Daten zur Verfügung stellen.

-sehr unterschiedliche Rechnertypen mit nicht kompatiblen Betriebssystemen und unterschiedlichem Netzzugang

-Notwendigkeit, ein neues Datenübertragungsprotokoll

-Aus den Bemühungen ging das TCP/IP-Protokoll hervor

-wissenschaftlichen Einrichtungen gehörten auch Studenten; Wunsch: "black board" (Mitfahrgelegenheiten, Jobs, Wohnmöglichkeiten, Reisepartner oder die Möglichkeit, einfach nur zu diskutieren und zu labern.(usenet)

Folge:außerwissenschaftliche nutzung begann

-Abtrennung des militärnetzes, da interessenwahrung, apranet blieb bestehen

-Anzahl der angeschlossenen Rechner im Laufe der 80er Jahre sprunghaft zunahme

-Mitte der 80er in europa gleiche entwicklung

-Mittlerweile sorgt die transatlantische Leitung für die Anbindung Europas an den Backbone in den USA

-90er jahre versuch daten statisch darzustellen und lesbar zu machen

-browser wurden programmiert und html seiten geschrieben

-mitte der 90 immer mehr behörden und auch kommerzielle seiten gehen online

-2004 47% Haushalte internetanschluss

-Unternehmen 96% Internetanschluß, 70% eigene Homepage

-Januar rund 250.000.000 Domains

-35 Milliarden emails täglich

Folgen/Nutzen:

-Kommunikation ist schnell und kostengünsig möglich; Voraussetzung für Finanzmärkte

-asynchrone Kommunikation ist möglich ohne Anwesenheit beider Kommunizierenden (Problem früher: wenn China mit Europa telefoniert hat einer von beiden Nachtschicht)

-Zusammenarbeit an Projekten möglich, ohne am selben Ort sein zu müssen

(Beispiel globale Forschung: CHINA-DTSCHL-USA)

-Darstellung und Verbreitung von Informationen (digitale Kataloge

-Informationen können über mehrere Vertriebskanäle ausgegeben werden

-gezielte Informationsbeschaffung (online-Datenbanken, im Augenblick des Bedarfs)

-Weiterverarbeitung von Informationen ohne menschliches Mitwirken möglich; 

-eProcurement

-Zeitersparniss

-Medienbruch

-CAD bzw. EDI

-Voraussetzung: passende Software

-Programme zur Interaktion zwischen Mensch und Maschine bzw. zwischen Maschine und Maschine

-Software als Unterstützer der Arbeitsteilung: Bsp: Just-in-Time

-CAD-

-eVergabe; Bund; Auktionen; breiteres Angebot; Kostenersparnis; europaweite Ausschreibung Pflicht

-Englisch als Programmiersprache – wird mehr und mehr Weltsprache

Logistik:

-Ausbau der Infastruktur; Drittes Reich: Beginn des Baus der Autobahn; jetzt: rund 12.000 Autobahnkilometer

-seit 1975 Seefrachtverkehr verdoppelt auf 2001 5,2 Mrd. Tonnen

- Umschlagsplätze Nordamerika, Europa, asiatische Länder mit Zugang zum Pazifik (Afrika nach wie vor stark ausgeschlossen)

-Kostendruck bei Reedereien; Folge: Zusammenschluß großer, erschwerter Eintritt kleinerer, hohe Investitionen notwendig um Containeranlagen aufzubauen

-Luftverkehr: 2001 1,35 Mrd. Passagiere (tägl.: 3,7 Mio.)

-ein Drittel des internat. Warenverkehrs wird über Luftfahrt abgeschlossen

-Kostendruck: Folge – Allianzen – ausarbeitung gemeinsamer flugpläne, großflughäfen werden immer mehr angeflogen – umsteigemöglichkeiten – erschwerte markteintrittsbarrieren

Folgen:

-Fortschritt in Flug- und Schiffsbau bringen Modelle mit immer mehr Stauraum hervor

(vor 50 Jahren wäre kein Verkauf des Transrapids nach Shanghai denkbar gewesen)

-Logistik als Grundlage der Arbeitsteilung(ohne effiziente Logistik wäre keine Kosteneinsparung möglich

Software erforderlich ; VW und Johnson Control)

-Fortschritt und Verbesserung der Logistik ermöglichen Verlagerung in NKL

-Massentourismus entsteht – Touristen bringen ihre Kultur ins Ausland und bringen dortige Kultur mit heim – Vermischung der Kulturen – Touristikbranche hat Anpassungsdruck an westliche Ideale, da oft wichtiger Wirtschaftsfaktor – Übernehmen westliche Ideale um den Touristen anzulogen)

-Hotelketten entstehen – überall gleiche Bedingungen, da Massenrabatt wenn 100.000 stück Betten kauf – Vereinheitlichung

Fernsehen und Kino:

-Fernseher in den 30er Jahren entwickelt

-Markteinführung USA 1939

-in Deutschland wurde Fernsehproduktion durch 2. WK unterbrochen; die wenigen, die gebaut waren, kamen ins Lazarett um Soldaten zu unterhalten

-2003: 94,4% deutscher Haushalte haben mind. 1 Fernsehgerät (Tendenz fallend; 1998: 95,8%)

-transnationaler Fusionen versuchen die Medien-Giganten über die gesamte Wertschöpfungskette zu verfügen

(Produktion – Information – weltweiten Vertrieb)

Folgen:

 

-Globalisierung durch eine immer ahnlicher werdender Kultur

                -Produktion orientiert sich am Hollywood-Modell

                -Kinofilme werden immer ähnlicher

                -dort wo keine Produktion, Kinofilme werden in mehrere Länder „exportiert“

                -Serien werden übernommen („LOST“ auf ProSieben; aus Amerika)

                -Serienmodelle werden übernommen („Big Brother“)

-internationale Firmen werben übers Fernsehen („Coca-Cola“-Werbung)

-indirekte Werbung über Spielfilme („James Bond“ und „BMW“)

-CNN erreicht 150 Mio. Zuschauer in 212 Ländern (Manipulationsgefahr; Englischvorbereitung: CNN geschaut: Inhalte bzw. ob gesendet wird sehr unterschiedlich)

- Englisch – Weltsprache – da nicht jedes mal neue Sprache lernen kann, hoffnung, das jeder englisch kann den ich im ausland treff

 

 

Folie 1: Allgemeine Einschätzung der Entwicklung

 

*Globalisierung= eigendynamischer, unaufhaltsamer Prozess

*Globalisierung = Schlagwort für den primär ökonomischen Prozess der Entgrenzung, Verflechtung und Beschleunigung der internationalen Arbeitsteilung mit fundamentalen politischen Folgen:

-der Bildung transnationaler Institutionen,

-der Diffusion kultureller Muster,

-der Relativierung nationalstaatlicher

Gewaltmonopole.

 

 

 

 

Michael von Prollius: Studium der BWL und Geschichte, Promotion in Wirtschaftsgeschichte. Lehrbeauftragter für Wirtschaftsgeschichte. Unternehmensberater, Wissenschaftlicher Autor, Referent für Wirtschaftspolitik.

Folie 2: Der politische Wille zur globalen Weltwirtschaft

(aus dem Jahresbericht der ökonomischen Sachverständigen für den amerikanischen Präsidenten)

"Given the economic and technological forces behind globalization, its rise may seem inevitable. Yet governments have taken on a critically important role in opening markets and removing distortions, thereby allowing market forces to play themselves out" (CEA 2000: 210 f.).

Da die wirtschaftlichen und technologischen Triebkräfte für die Globalisierung gegeben sind, scheint ihr Voranschreiten zwangsläufig. Doch die Regierungen haben eine kritische und wichtige Rolle aufgenommen, die Märkte zu öffnen und (Wettbewerbs-) Verzerrungen zu beseitigen, in dem sie die Marktmechanismen gewähren lassen

Folie 3: der politische Wille zur globalen Wirtschaft

Triebkraft USA:

* Öffnung zum Weltmarkt als ein politisches Projekt formuliert

*Wirtschaftsmacht = Politische Stärke à Liberalismus und Wirtschafts-Förderung

*Gleichsetzung von Liberalismus und Demokratie& Sicherheit:

*Erfahrungen aus Nachkriegszeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Folie 4: 1989 – Die Wende als „Urknall" der heutigen Entwicklung

1989

*Ruf nach freier Marktwirtschaft und politischer Selbstbestimmung

*Bankrott des Planwirtschaftssystems

*Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Selbstbestimmung der Individuen

*Überführung des Staatseigentums an Kapital in Privateigentum

*rasante Dynamik durch Marktentstehung vom Nullpunkt an

*gigantische neue Absatzmärkte, weil Bedürfnisse unbefriedigt und Kaufkraft vorhanden

*billige PF à faktischer Liberalismus, weil Aufbau der Wirtschaft wichtiger als Kontrolle des Staates

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Folie 5: Die neue EU und das Aufstreben ehemaliger (politisch) abhängiger Staaten

Die neue EU und das Aufstreben ehemaliger (politisch) abhängiger Staaten

*Multiplikation/ Wdhlg. der deutschen Faktoren nach ´45 und ´89

*Ausweitung eines kontrollierbaren Marktes

*Stabilität=Sicherheit (vgl. USA-Dt. nach ´45)

*Ausnutzung der Vorteile der Markterweiterung

 

 

 

 

 

 

 

Folie 6: Zerfall der Staatsmonopole – Privateigentum als Wettbewerbsmotor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Folie 7/ Tabelle 1
Niveau und Wachstumsrate des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts in verschiedenen Weltregionen vom Jahre 0 bis 1998
Region 0 1000 1820 1998 0-1000 1000-1820 1820-1998
  In internationalen Dollar von 1990 Durchschnittliche jährliche Wachstumsraten
Westeuropa 450 400 1232 17921 -0.01 0.14 1.51
Westliche Siedlungskolonien 400 400 1201 26146 0.00 0.13 1.75
Japan 400 425 669 20413 0.01 0.06 1.93
Durchschnitt der Gruppe A 443 405 1130 21470 -0.01 0.13 1.67
Lateinamerika 400 400 665 5795 0.00 0.06 1.22
Osteuropa und ehemal. UdSSR 400 400 667 4354 0.00 0.06 1.06
Asien (ohne Japan) 450 450 575 2936 0.00 0.03 0.92
Afrika 425 416 418 1368 -0.00 0.00 0.67
Durchschnitt der Gruppe B 444 440 573 3102 -0.00 0.03 0.95
Welt 444 435 667 5709 -0.00 0.05 1.21
Quelle: Maddison, Angus (2001): The World Economy - A millenial Perspective, OECD, Development Center Studies), Paris, Table 1-2, S. 28

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Folie 8: Tabelle 2
Realzinsen auf 10-jährige Staatsanleihen der G7-Staaten abzüglich des realen Wachstums des Bruttosozialprodukts
  Kanada Frankreich Deutschland Italien Japan UK USA Ø G-7
1959-71 -2,05 -3,93 -1,99 -3,02 -8,74 -0,38 -1,91 -3,15
1972-81 -3,57 -2,06 0,69 -6,44 -3,82 -2,76 -2,13 -2,87
1982-91 4,20 3,11 1,93 1,75 0,39 1,93 2,80 2,30
1992-01 2,14 2,76 2,61 3,15 2,25 1,38 0,62 2,13
1946-58   -0,36
1919-39 zum Vergleich 2,40
1919-40   -0,03
Quelle: Felix, 2002: 3

Folie 9: Das Shareholder-Value-Konzept

*2001: globaler Devisenmarktumsatz pro Tag (rund 1 200 Mrd. US$;

30-40 Mrd. davon reichen zur Abwicklung des Welthandels)

*2002: 80% der weltweiten Kapitalflüsse von ca.2 000 Mrd. € pro Tag: Anlagedauer von unter 7 Tagen

*Dt. BIP seit 1991 um 9% gewachsen, die Nettolöhne um 2% gesunken, Zinserträge und Geldvermögen real um 60% gewachsen

 

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Telefon:

1876 erste praktische Anwendung in Boston

1897 529 orte mit Telefonanlagen 144.000 Sprechstellen

1928 erste Funksprechverbindung von Deutschland

nach Amerika möglich;

 

 

Transatlantikkabel:

 

-1858 erstes Transatlantikkabel für Telegrafie in Betrieb

-1896 ist die ganze Welt vernetzt

-1919 13 betriebsfähige transatlantische Kabel

-1956 TAT-1: erste Transatlantik-Telefonkabel

-1988 TAT-8: erste Transatlantik-Glasfaserkabel

Internet:

-60er Jahre

-Department of Defense; Überlegung: militärische Daten besser schützen

-Die Advanced Research Projects Agency (ARPA) entschloss sich 1966 zur Vernetzung ihrer Großrechner

-Vernetzung wissenschaftlicher Institute

-Aus den Bemühungen ging das TCP/IP-Protokoll hervor

-Abtrennung des Militärnetzes

-Mitte der 80er in Europa gleiche Entwicklung

-Mitte ´90er: Browser wurden programmiert und html-Seiten geschrieben

-35 Milliarden E-mails täglich

 

 

 

 

Fernsehen und Kino:

-Fernseher in den 30er Jahren entwickelt

-Markteinführung USA 1939

-in Deutschland wurde Fernsehproduktion durch 2. WK unterbrochen

-2003: 94,4% deutscher Haushalte haben mind. 1 Fernsehgerät

-transnationale Fusionen: Medien-Giganten versuchen die gesamte Wertschöpfungskette zu verfügen