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Dominikanische
Republik
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Kurzinformation: Fläche: 48734 km2;Einwohner: (2000) 8,44 Mio.;Hauptstadt: Santo Domingo;Verwaltungsgliederung: 29 Provinzen, 1 Nationaldistrikt;Amtssprache: Spanisch; (amtlich República Dominicana), Staat im Osten der zu den Großen Antillen gehörenden Insel Hispaniola; grenzt im Westen an Haiti.Staat und Recht: Nach der Verfassung von 1966 (1994 revidiert) ist die Dominikanische Republik eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutive (Regierungschef) ist der für 4 Jahre direkt gewählte Präsident (keine unmittelbare Wiederwahl möglich). Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament, bestehend aus Senat (30 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (149 Abgeordnete), dessen Legislaturperiode 4 Jahre beträgt. Einflussreichste Parteien: Revolutionäre Dominikanische Partei (PRD), Dominikanische Befreiungspartei (PLD) und Christlich-soziale Reformpartei (PRSC).Landesnatur: Die Dominikanische Republik umfasst etwa zwei Drittel der Insel Hispaniola. Das Land ist gegliedert durch mehrere Nordwest-Südost-verlaufende Gebirgszüge und Längssenken des Kordillerensystems. In der Cordillera Central liegt die höchste Erhebung der Westindischen Inseln (Pico Duarte, 3175m über dem Meeresspiegel). Im Süden ist besonders bei Santo Domingo eine Küstenebene vorgelagert. Das Klima steht unter dem Einfluss des Passat, bestimmt durch den Wechsel einer winterlichen Trocken- mit einer sommerlichen Regenzeit. Die Gebirgszüge erhalten bis über 2000 mm Niederschlag/Jahr. Die Vegetation zeigt eine Abfolge von der Trocken- und Dornstrauchvegetation bis zum regen- oder sommergrünen Bergwald sowie Nebelwald. Bevölkerung: Etwa 73% der Einwohner sind Mulatten, 16% Weiße und 11% Schwarze. Im Hauptstadtdistrikt leben rund 30ÿ% der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der Stadtbevölkerung erhöhte sich 1978þ97 von 49ÿ% auf 63%. Die Bevölkerung ist überwiegend (91%) katholisch. Schulpflicht besteht vom 7. bis 14. Lebensjahr. Die Analphabetenquote beträgt 19,5 %. Es gibt fünf Hochschulen, die größte ist die staatliche Universität in Santo Domingo (gegründet 1538 und damit die älteste Universität ganz Amerikas). Wirtschaft und Verkehr: Wirtschaftliche Grundlage sind Zuckerrohranbau, Bergbau und zunehmend der Tourismus. Auf die Landwirtschaft entfallen rund 70% des Exportwerts. Sie nutzt 73% der Gesamtfläche; die Hälfte der landwirtschaftlichen Fläche ist in den Händen weniger Großgrundbesitzer konzentriert oder in Staatsbesitz. Neben dem Zuckerrohranbau wird die Kaffee-, Kakao-, Bananen-, Tabak- und Sisalerzeugung ausgebaut. Durch den Hurrikan »George« im September 1998 entstanden der Landwirtschaft und Infrastruktur große Schäden (1,3 Mrd. US-$). Der Bergbau fördert besonders Silber, Gold, Nickel, Eisenerz, Bernstein. Haupthandelspartner sind die USA, EU-Staaten und Venezuela. Der staatlich geförderte Fremdenverkehr bringt steigende Deviseneinnahmen. Die Dominikanische Republik entwickelt sich innerhalb der Karibik zu einem der wichtigsten Ziele des Massentourismus, besonders für Nordamerikaner und Deutsche. Die Insel verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz. Die Eisenbahn (staatlich oder private Plantagenbahnen für den Transport von Zuckerrohr und Bananen) dient nur noch vereinzelt dem Güterverkehr. Wichtigste Häfen sind Santo Domingo und La Romana an der Südküste und Puerto Plata an der Nordküste. Internationale Flughäfen bei Santo Domingo sowie in Puerta Plata und Punta Cana.Geschichte: Die 1492 von Kolumbus aufgesuchte Insel Hispaniola gehörte zunächst insgesamt zum spanischen Kolonialreich. Ihre indianische Urbevölkerung war im 16.Jahrhundert ausgerottet. Im 17.jahrhundert geriet sie in ihrem westlichen Teil unter französischen Einfluss (Haiti, Geschichte). 1795 musste Spanien im Frieden von Basel auch den Ostteil an Frankreich abtreten (bis 1808). 1821 erklärte sich dieses Gebiet für unabhängig, 1822 wurde es jedoch von Haiti besetzt und erst 1844 unter J.P. Duarte selbstständige Republik. Die folgenden Jahrzehnte waren bestimmt von politischer Instabilität; 1905 übernahmen die USA die Finanzkontrolle, 1916 hielten sie die Dominikanische Republik besetzt. Mit einem Militärputsch gelangte 1930 R.L. Trujillo an die Macht; bis zu seiner Ermordung (1961) beherrschte er mit seiner Familie Politik und Wirtschaft des Landes. Der Aufbau eines demokratischen Staatswesens wurde danach durch ständige Unruhen behindert, die 1965 in Putsch und Bürgerkrieg mündeten. Eine militärische Intervention der USA (offiziell unter Führung der OAS) beendete 1966 die Krise. Der im gleichen Jahr gewählte gemäßigt-konservative Präsident J.V. Balaguer (PRSC) war in den folgenden Jahrzehnten der führende Politiker des Landes (als Präsident 1966þ78 und 1986þ96). In den 90er-Jahren war die von Weltbank und IMF geforderte Sparpolitik immer wieder Ursache von Protestaktionen der Bevölkerung. Anlässlich massiver Vorwürfe der Wahlfälschung zugunsten Balaguers kam es 1994 zu schweren Unruhen. Die Proteste gegen die Sozialpolitik setzten sich auch unter Balaguers gewähltem Nachfolger L. Fernandez Reyna (PLD, 1996 2000) fort. Die Präsidentschaftswahlen 2000 gewann Hipólito Mejía von der bisher oppositionellen sozialdemokratischen Partei PRD. © 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus A